DeafJournal Article 2024
DeafJournal Article 2024
Volume 1 - Issue 1 - May 2024 - Pages 1-22
http://dx.doi.org/10.13140/RG.2.2.12325.31207
DeafDidaktik-Unterrichtsplanung
Das Passiv in der Österreichischen und Deutschen Gebärdensprache (Teil 1)
by Fenkart, L., Staudt, B., Sieprath, H., Leuninger, H.. Ni, D. & Grote K.
Cite:
Fenkart, L., Staudt, B., Sieprath, H., Leuninger, H.. Ni, D. & Grote K. (2024). DeafDidaktik-Unterrichtsplanung – Das Passiv in der Österreichischen und Deutschen Gebärdensprache (Teil 1). In: Das Zeichen, 121.
Keywords: Deaf Education, Pedagogy, DeafMind
Aufgrund der Erfahrung, dass tauben Jugendlichen im Deutschunterricht die Funktionen und das Ziel von Aktiv- und Passivkonstruktionen große Schwierigkeiten bereiten, entstand die Idee, deafdidaktisches Unterrichtsmaterial zur Erklärung dieser grammatischen Phänomene zu entwickeln. Es wird vermutet, dass, ausgehend von dem Verständnis in der Erstsprache, nämlich der Gebärdensprache, und dem dazugehörigen deafdidaktischen Unterricht, die Aktiv-Passiv-Konstruktionen der deutschen Laut- und Schriftsprache viel leichter und verständlicher erarbeitet werden können. Da die Existenz von Passivkonstrukten in Gebärdensprachen bislang unter Linguist*innen umstritten ist, wurde zunächst der Versuch unternommen, sie in der Österreichischen und Deutschen Gebärdensprache (ÖGS und DGS) zu erforschen. Dabei entstand eine transnationale explorative Studie, in der das Autor*innenteam Gebärdensprachvideos von Native Signer*innen aus Österreich (Wien) und Deutschland (Aachen) analysierte. Nach Meinung der Autor*innen existieren in der ÖGS und der DGS (mindestens) drei Passivformen. Die nachfolgenden Erläuterungen und Darstellungen sollen weitere Diskurse über dieses Thema in der Gebärdensprachlinguistik anstoßen. In Teil I der zweiteiligen Serie werden zunächst der deafdidaktische theoretische Gesamtrahmen und die aktuelle Forschungslage bezüglich der Passivkonstruktionen dargestellt, danach die Inhalte und Methoden der Studie sowie die empirischen Ergebnisse und ihre Diskussion.
Based on the experience that deaf young people have great difficulty understanding the functions and purpose of active and passive constructions in German lessons, the idea arose to develop deafdidactic teaching material to explain these grammatical phenomena. It is assumed that, based on the understanding of the first language, namely sign language, and the corresponding deafdidactic lessons, the active-passive constructions of German spoken and written language can be worked out much more easily and comprehensibly. Since the existence of passive constructions in sign languages has so far been controversial among linguists, an attempt was first made to investigate them in Austrian and German Sign Language (ÖGS and DGS). This resulted in a transnational explorative study in which the team of authors analyzed sign language videos of native signers from Austria (Vienna) and Germany (Aachen). In the authors' opinion, there are (at least) three passive forms in ÖGS and DGS. The following explanations and presentations are intended to initiate further discourse on this topic in sign language linguistics. In Part I of the two-part series, the overall deafdidactic theoretical framework and the current state of research on passive constructions are presented, followed by the content and methods of the study as well as the empirical results and their discussion.
Deutsche Gebärdensprache (DGS)
Deutsch
International Sign